Literaturliste, Karma-Skandal

Literaturliste. Ergebnis der Debatte um den Karma-Skanda.

Der Karma-Skandal dreht sich um eine primitiv-naive Deutung des Karma-Begriffes. Dabei wird dem Opfer eines Verbrechens oder einer Person die sich in jedweder misslichen Lage befindet, die Verantwortung für diese Situation voll und ganz auf Grund negativer Taten (auch in früheren Leben) zugesprochen. Der Täter wird in dieser ‘Theorie’ weitgehend ausgeblendet. Die gesellschaftspolitischen Bezüge sind klar: Rassismus, Sexismus und jede andere Form von Diskriminierung und Verbrechen werden nicht sozial-historisch analysiert. Die Literaturliste entstand aus Hinweisen in Diskussionen auf Der Unbuddhist und im Forum des Tibetischen Zentrums Hamburg. Wie so oft in solchen Diskussionen werden die Literaturhinweise nach dem Motto “lies mal das hier” und ohne weitere Angaben gegeben. Die Bezüge zur  genannten primitiv-naiven Deutung des Karma-Begriffes sind daher meist unklar.

Die Kyoto-Schule. Wurde im Zusammenhang mit der Frage genannt, ihn wie weit dem westlichen Buddhismus die eigene Rezeptionsgeschichte bekannt ist und darin enthaltene Verzerrungen diskutiert werden?

Robert Aitken, The Mind of Clover und The Practice of Perfection: The Paramitas from a Zen Buddhist Perspective. Wurden im Zusammenhang mit der Frager nach Ethik genannt. Karma=Handlung ist wesentlich geprägt durch Intention, welche Ethik liegt einer Intention zu Grund?

Nagapriya, Schlüssel zu Karma und Reinkarnation. Warum die Welt gerechter ist als sie scheint. Der Erste Teil des Titel sagt es.

Keiji Nishitania, Was ist Religion? Erwähnt auch im Zusammenhang mit der Frage bezüglich Kenntnis der eigenen Rezeptionsgeschichte des Buddhismus im Westen.

Alexander Höhne, Europäische Karmaforschung: Fragmente einer Wissenschaft. Fundstück eins Kommentators, Relevanz unklar. Wahrscheinlich Rezeptionsgeschichte des Karmabegriffes. Autor ist Antroposoph oder hat einen entsprechenden Hintergrund.

Volker Zotz, Auf den glückseligen Inseln. Rezeptionsgeschichte. Wissenschaftlich, kritische Arbeit. Relevanz zum Karmabegriff unklar.

Michael von Brück, Buddhismus und Christentum. Geschichte, Konfrontation, Dialog. Zum Inhalt siehe gute Rezension bei Amazon.

Vortragsmanuskripte zu Buddhismus in Geschichte und Gegenwart. In Bezug auf  das Thema unerschlossenes Konvolut an Vorlesungs- und Vortragsmanuskripten. In welchen Manuskripten buddhistische  Rezeptionsgeschichte behandelt wird, bleibt zu eruieren.

 

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Lifestyles of Health and Sustainability

Vormerken

23. und 24. 5. 2013, Frankfurt. Karmakonsumkonferenz.

Dazu Filmreihe mit einigen interessanten Beiträgen.

Untersuchen

Karmakonsum – wichtige Entwicklung die Akzente setzt, die Neues denkbar macht, oder Marketingstrategie zur Ausbeutung der LOHAS?

LOHAS, Karmakonsum

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Projekt entschlafen?

Das Projekt Kritikos & Bodhi ist leider unbemerkt in einen komatösen Tiefschlaf entglitten. Was soll jetzt blos werden?

Eine Um- oder Neuorientierung oder eine endgültige Grablegung stehen an.

Ideen, Anregungen, Kritik? Nur zu!

dradio: “Die Anfänge der Religionspsychologie”

Relevanz: Anatomie des religiösen Erlebens.

Buddhismus ist heute eine Religion der Verinnerlichung, einer Wendung nach innen, um dort die eigentliche Erfahrung zu machen. Das ist ein typischer Aspekt des Buddhismus im Westen. Diese Wendung nach innen, das religiöse Erleben als private Erfahrung, hat allerdings eine Geschichte die im Westen mit der Entwicklung des Protestantismus verbunden ist. Dieser Aspekt der Verinnerlichung steht im Kontrast zum Katholizismus. Die religiöse Erfahrung, “das Gespräch mit Gott“, wird im Protestantismus dem Individuum zugänglich. Die katholische Kirche lies das nicht zu. Der westliche populäre Buddhismus verschaft der privaten Religiosität eine Renaissance seit den 1970er Jahren.

Inhalt und Bezug zum Buddhismus: In Die Anfänge der Religionspsychologie des Deutschlandfunks werden drei Forscher portraitiert, die den Aspekt privater Religiosität in jeweils charakteristischer Weise im 19. bzw. frühen 20. Jhdt. erforschten – William James, Rudolf Otto und Karl Girgensohn.

William James

William James gilt als einer der Begründer des Pragmatismus, einer Philosophie, für die Wahrheit nicht in der Übereinstimmung einer Aussage mit der Wirklichkeit besteht, sondern vielmehr darin, dass ein Gedanke oder eine Aussage wahr ist, wenn sie nützlich für das menschliche Handeln ist. Wahr aus Sicht des Pragmatismus ist, was funktioniert. Für die Religion bedeutet das:

“Der Pragmatismus erweitert das Gebiet, auf dem man Gott suchen kann. … Der Pragmatismus ist zu allem bereit, er folgt der Logik oder den Sinnen und lässt auch die bescheidenste und persönlichste Erfahrung gelten. Er würde auch mystische Erfahrungen gelten lassen, wenn sie praktische Folgen hätten.”

Der Buddhismus heute ist in weiten Bereichen von dieser Haltung geprägt. Dieser Pragmatismus ist ein, wenn nicht dass Charakteristikum des postmodernen Buddhismus. Man könnte sagen, James’ religiöser Pragmatismus findet erst in diesem Buddhismus einen wirklich populären Ausdruck und er ermöglicht eine Hinwendung zum religiösen Erleben ohne dass es, wie in der Amtskirche, muffig und miefig erscheint.  Religion als Buddhismus  c’est très chic.

Rudolf Otto

Rudolf Otto entwickelt insbesondere eine Theorie der Gefühle. James hatte religiöse Empfindungen als private, subjektive und ernsthafte Gefühle beschrieben, die keinen Erkenntniswert haben, sich aber auf die praktische Lebensführung des jeweiligen Individuums auswirken. Otto entwickelt nun eine Differenzierung dieses privaten religiösen Erlebens. Dabei wird ”das Numinose” zum Schlüsselbegriff.

Mit dem Numinosen bezeichnet er die Erfahrung mit dem ganz Anderen, dem Göttlichen, dem Letztendlichen, das sich jeder Begrifflichkeit und jedem Erkennen entzieht. Das Numinose, so Otto, ist der eigentliche Kern aller Religionder nicht in ihren jeweiligen Lehren liegt, sondern im emotionalen Bezug auf das Numinose.

Im Numinosen liegt das Irrationale, das sowohl bedrohlich und erschreckend als auch faszinierend und anziehend ist. Dieses Irrationale ist für Otto der Ursprung aller Religion. Die Geschichte der Religion ist dabei für Otto eine Rationalisierung des Irrationalen. Das Irrationale verschwindet dabei niemals vollständig – im Gegenteil es ist der Kern allen Religiösen.

Wir sehen hier einen Gedanken angelegt, der für den westlichen Buddhismus von großer Wichtigkeit ist: Es gibt eine Innerlichkeit, deren Entwicklung, Erforschung und Differenzierung es ermöglicht eine individuelle religiöse Erfahrung zu machen, die aber auch über den einzelnen hinaus weist. Es ist sozusagen ein Weg nach innen der hinaus in das Eigentliche und letzthin endgültige führt. Das erleben des Numinosen, das Eintauchen in den Ursprung, das Gefühl das Wesentliche zu erfahren, die Unbeschreiblichkeit eines letztgültigen Aufgehoben seins, sind wichtige Merkmale eines westlichen Buddhismus. Allerdings zeigt das, dass der westliche Buddhismus keineswegs eine reine Übertragung eines Buddhismus aus dem Osten ist, sondern dass er (auch) in einer ‘Übertragungslinie’ des Christentums steht: Der Ursprungsgedanke existiert im Buddhismus eines Nagarjuna nicht!

Karl Girgensohn

Karl Girgensohn. Er setzt Religion ebenfalls mit einer subjektiven Seite des religiösen Erlebens gleich und öffnet diese mit seiner Forschungsvariante den Methoden der empirischen Psychologie. Girgensohns experimentelles Verfahren besteht im Wesentlichen darin, Versuchspersonen nach der Lektüre religiöser Gedichte zu ihren Empfindungen und inneren Erlebnissen zu befragen. Wichtig ist dabei für ihn vor allem das Körperempfinden da es für die Intensität von Gefühlen verantwortlich ist. Er versucht dabei zu verstehen wie Gefühle zu Gedanken werden.

Girgensohn hat die Anatomie religiösen Erlebens in einer bis dahin nicht gekannten Genauigkeit untersucht. Seine Überlegungen zum gedanklichen Gehalt von Emotionen und der Rolle der Funktionen des Ichs nehmen vieles voraus, was heutzutage in der Forschung diskutiert wird.

Damit kann er dem heutigen Buddhismus in vielen Bereichen Vorbild sein wenn es darum geht, religiöses Erleben frei von  dogmatischen Zwängen und vor allem differenziert zu beschreiben.

Fazit: James, Otto und Girgensohn bereiten in drei Punkten ein besseres Verständnis religiöser Erfahrung vor. James ermöglicht mit seinem Pragmatismus einen Zugang zur religiösen Erfahrung ohne dogmatische Zwänge. Otto bereitet eine differenzierte Betrachtung von religiösen Gefühlen vor. Girgensohn beginnt mit einer Erforschung des Übergangs von Gefühlen zu Gedanken. Alle drei betrachten religiöse Erfahrung als eine individuelle, innere, private Erfahrung und sind damit auch Vorläufer des westlichen Buddhismus wie er sich besonders seit den 1970er Jahren entwickelt.

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Alle drei Sendungen sind als Text und Podcast zu haben.

=> Die Anfänge der Religionspsychologie

Die Portraits sind Links zu den jeweiligen Wikipediaartikeln.

Vgl. auch meinen Text Der Zaubererder sich mit dem religiösen Empfinden einer überweltlichen Macht im “Charismatischen Führer” (Max Weber) aus Evolutionspsychologischer Perspektive befasst.     

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Film: Kumaré jetzt im Netz

Der Dokumentarfilm Kumaré (wurde schon erwähnt, vgl. => hier) ist jetzt im Netz, z.B. bei iTunes, englischsprachig erhältlich.

Der Film dürfte für alle von Interesse sein, die sich mit dem Verhältnis von Lehrern und Schülern befassen und dabei insbesondere der Frage nachgehen wie es überhaupt zu einer starken Bindung kommen kann, wenn das um was es geht, eine vermutete innere Qualität ist. (vgl. dazu auch hier: Der Zauberer).

Der Film ist allerdings nicht als reiner Dokumentarfilm gestaltet. Schnitt und Musik entwickeln eine Dramaturgie die den Zuschauer in eine spannungs-, erwartungs- und teilnahmsvolle Haltung versetzen. (Der Film Wiederkehr – My Reincarnation ist in dieser Hinsicht viel eher eine wirkliche Dokumentation)

Man leidet vor allem mit Kumaré, dem Fake-Guru, der irgendwann bemerkt, daß die Leute die er als Jünger um sich zu scharen beginnt echte Hoffnung in ihn setzten. Es wird klar, daß er das Experiment nicht so ohne weiteres plötzlich beenden kann, ohne in den Ruch zu kommen sich eine bösen Scherz auf Kosten einiger Gutgläubiger geleistet zu haben. Der Film ist dramaturgisch auf diese Problematik hin ausgerichtet. Er ist dabei an manchen Stellen wirklich komisch, an anderen Stellen bleibt einem das Lachen buchstäblich im Halse stecken. Die eigentliche Enthüllung schließlich ist dramatisch zugespitzt gestaltet und ist in dem Sinne dann eher Unterhaltung statt Aufklärung.

Zu kurz kommen bei dieser Ausrichtung die Hintergründe der drei eingeweihten Akteure – Kumaré und zwei Helferinnen. Man erführe gerne etwas über deren Diskussion während des Experiments.

In Bezug auf die eingangs gestellte Frage, wie es zu einer starken persönlichen Bindung auf Grund einer vermuteten inneren Qualität kommen kann, gibt der Fim eine ernüchternde Antwort. Ist die Kulisse einmal überzeugend installiert, kann der Guru sagen was er will, es wird immer in einer Weise interpretiert die es als Wort des Weisen auslegt. Selbst “I am a fake” kann er sagen, ohne daß es irgend jemand wörtlich nimmt.

Am interessantesten meiner Ansicht nach ist, daß sehr klar wird welchem Erwartungsdruck der Guru ausgesetzt ist. Als Kumaré bemerkt, daß er sich nicht mehr so einfach aus der Affaire ziehen kann, macht er die Not zur Tugend. Er entwickelt eine Botschaft, die darauf hinausläuft seine Enthüllung zur eigentlichen Lehre zu machen. Er wird also tatsächlich zum Guru. Ob es ihm dabei gelingt seinen Jüngern seine Botschaft wirklich rüberzubringen, halte ich für fraglich. Er ist nicht der einzige Guru, der imm er wieder behauptet, er sei ein ganz normaler Mensch – der Dalai Lama legt auf diese Feststellung großen Wert – ohne daß das der Verheiligung durch die Jünger etwas anhaben könnte.

Der Aspekt des Erwartungsdruckes der auf dem Guru lastet dürfte einer derjenigen sein die in all den Diskussionen um die Lehrer-Schüler-Beziehung viel zu wenig beachtet werden.

Alles in allem ein sehr sehenswerter Film. Vor allem in buddhistischen oder anderen spirituellen Gruppen die einem ‘großen’ Lehrer folgen, könnte dieser Film zu anregenden Diskussionen führen.

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Kommentare zu “Sitting, Full of Shit” von Adam Miller

In den Kommentaren zum Beitrag “Sitting, Full of Shit (Übersetzung erscheint später auf Der Unbuddhist) entspann sich eine Diskussion zum Thema Langeweile. Hier mal, quasi als kleinen Testballon, einige Gedanken daraus. Zur Orientierung bzw. Nachlesen immer die Kommentarnummer(n) dazu.

  • 16. Langeweile als Luxusproblem – um voller Scheisse zu sitzen braucht man erst einmal etwas zu essen
  • 21. Unterschiedliche Bedeutungen von Langeweile
  • 22. & 24. Gefahr dass Langweile zu einer philosophischen Haltung wird, wie im Kapitalismus und Postmodernismus. Das göttliche und von den Umständen unangetastete Selbst als Rückzugsort vor der Welt. Das buddhistische Nichtselbst als Zerstörung dieses Rückzugsortes und die Verhinderung der Weltabgewandtheit. Kritik der vermeintlich ideologiefreien Ideologien als Langeweile. Entfliehen aus der Welt der Ideologie nicht möglich.
  • 29. Die Gelangweilten – Ein Gedankenexperiment. Die Gruppe der Gelangweilten, die sich aus ihrer Langeweile nicht in den Konsumismus flüchtet. Die Gelangweilten werden ab einer bestimmten Größe gefährlich für das System (Kapitalismus). Langeweile darf nicht als akzeptabel angesehen werden.
  • Langeweile als Grundwahrheit des Menschen. Langeweile als Antriebskraft sich zu engagieren und die Umstände, die Langeweile erzeugen zu ändern. Buddhismus als Gegenkraft, die dem Menschen Langeweile erträglich macht anstatt ihn als Antrieb zur Änderung zu nutzen.

KimKierkegaardashian

Relevanz: Keine. Überhaupt gar keine. (*)

Inhalt: Über den Twitteraccount @kimkierkegaard verbreitet der Author Zitate des Philosophen Søren Kierkegaard, die er für den maximalen Kontrast mit Zitaten von Kim Kardashian kombiniert.

(*) Natürlich hat das ganze durchaus eine Relevanz. Durch die Kombination von philosophischen Gedanken mit dem eher banalen Getwitter eines Pop-Stars wird der Kontrast zwischen philosophischer Tiefe und der heutigen Pop-Kultur sehr direkt deutlich. Dieser Kontrast ist bei anderen Formen der Verschmischung nur implizit sichtbar und es benötigt eine kritische Auseinandersetzung mit der entsprechenden Form um diese Strukturen explizit sichtbar zu machen.

The International Buddhist Film Festival 2012

Das  Internationale Buddhistische Film Festival 2012. Diese Site gibt eine englischsprachige Übersicht über eine Reihe von Filmen über Buddhismus.

Neben einigen Spielfilmen scheinen, den Kurzbeschreibungen nach zu urteilen, einige interessante Dokumentationen darunter zu sein.

  1. Shugendo Now – über die Shugendo-Schule. Asketische Naturschützer in Japan.
  2. The Buddha – ein Film über den Buddha erzählt von Richard Gere, unter Mitwirkung von u.a. Robert Thurman.
  3. The Great Pilgrim – eine Dokumentation des chinesischen Mönches Xuanzang über seine Reise nach Indien im 7. Jahrhundert.
  4. Tulku –vom Sohn Chögyams Trungpas über die Probleme junger Westler die zu Tulkus auserwählt wurden.
  5. Crazy Wisdom – über Chögyam Trungpa.
  6. My Reincarnation – über den Sohn Namkhai Norbus der ebenfalls ein Tulku ist. (vgl. dazu hier)
  7. Lady of No Fear – über die Burmesin Aung San Suu Kyi.
  8. KanZeOn – eine mysteriöse Meditation.
  9. Summer Pasture – das Portrait einer Nomadenfamile auf dem Plateau von Tibet.

In jedem Fall dürfte interessant sein zu sehen, was jeweils unter Buddhismus verstanden wird und wie er dargestellt wird. Kritiken und Stellungnahmen zu den Filmen sind stets willkommen.

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Just a cartoon I saw

rebloggt von Dispirited:

Klicke, um den Original-Artikel zu besuchen

http://www.atheistcartoons.com/

Eine sehr kurze Geschichte der Spiritualität!
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“Zen hat keine Moral!”

“Zen Has No Morals!” – The Latent Potential for Corruption and Abuse in
Zen Buddhism, as Exemplified by Two Recent Cases

by Christopher Hamacher

Übersetzung: “Zen hat keine Moral!” – Die latente Anfälligkeit des Zenbuddhismus für Korruption und Mißbrauch am Beispiel zweier jüngerer Fälle

Es handelt sich um eine ausführliche Studie des Deutschen Christopher Hamacher der in München lebt und Zen praktiziert. Die Studie wurde kürzlich, am 7.7.2012, bei der jährlichen Konferenz der International Cultic Studies Association in Montreal vorgestellt.

Die Studie geht detailliert auf die Missbrauchspraktiken von Eido T. Shimano und Dr. Klaus Zernickow ein.

Shimano konnte in den USA gut fünfzig Jahre seinem Treiben als ‘Zenlehrer’ nachgehen, obwohl bekannt war, daß es durch ihn immer wieder zu Missbrauchsfällen kam. Zu seinem Fall findet sich auch einiges Material hier, siehe auch die Links am untere Ende der Seite.

Dr. Klaus Zernickow (Sōtetsu Yūzen) unterhält “Mumon-Kai”, die “Erste Berliner Zen-Gemeinschaft e. V.” in Berlin Frohnau => Link. Zernickow wird in der Studie von Hamacher ein außerordentlich “autoritärer  und kontrollierender” Führungsstil bescheinigt. Übertretungen der Studenten werden z.B. mit hohen Geldbusen geahndet. In mindestens 12 Fällen werden im sexuelle Verhältnisse zu Schülerinnen vorgeworfen. Auf Grund der Vorwürfe ist Mumon-Kai die erste Zen-Gruppe die von einer Liste empfohlener Praxisgruppen der DBU (Deutsche Buddhistische Union) gestrichen wurde.

Neben einer detaillierten Beschreibung der beiden Fälle, enthält die Studie auch eine Analyse der typischen Verhaltensweisen autoritärer Führer im religiösen Bereich. Interessant auch die Behandlung typischer Verhaltensweisen im Zen die autoritäre Strukturen fördern.

Auf dieser Seite findet sich eine englische Zusammenfassung des Papiers. Ausserdem eine Liste der typischen autoritären Verhaltensweisen.

Die Studie ist ein wichtiges Element der Aufklärung bzgl. Missbrauchsstrukturen im Buddhismus. Sie sollte unbedingt genau gelesen und auf deutsch ausführlich dargestellt werden (wozu ich keine Zeit habe).

Ausserdem könnte aus den Warnzeichen für autoritäres Verhalten in dieser Studie, aus den Werkzeugen der Kritik die ich gestern vorstellte und aus den Elementen des Glaubens Säkularer Buddhisten eine Tafel von Elementen erstellt werden, die Hinweise geben auf Missbrauch der sich als Buddhismus verkleidet.

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