Archiv für den Monat Mai 2012

Rick Heller: Occupy the Moment!

Website zum Buch

Relevanz: Rick Heller beschreibt in diesem E-Book psychologische/biologische Sachverhalte, die zur Schädlichkeit (z.B. Umweltzerstörung) des Ökonomischen Systems beitragen und erklärt inwiefern buddhistische Praktiken wie Achtsamkeit dabei helfen können, diese Verhaltensweisen zu überwinden.

Inhalt: Das Buch erklärt anhand von verschiedenen Beispielen, wie ursprünglich sinnvolle psychologische Mechanismen zu übertriebenem Konsum und einer zerstörerischen Wirtschaft führen. Achtsamkeit könne dabei helfen mit diesen Verhaltensweisen bewusster umzugehen.

So stelle das Streben nach höherem relativen Status zwar oft einen wichtigen Antrieb dar, sei aber weder für die Gesellschaft ein Gewinn, da andere dadurch relativ abgewertet würden (Nullsummenspiel) noch für das Individuum ein Zugewinn an Glück, da sich die Vergleichsgruppe ebenfalls verändere. Die fehlende Sättigung herbei könne dann eben zu einer verschwenderischen Wirtschaft und zu übertriebenem Überkonsum beitragen.

Achtsamkeit könne nun dabei helfen, sich der biologisch-bedingten Reaktionsweisen bewusst zu werden und damit besser umzugehen. Zudem könne ein Konsum mit Achtsamkeit ähnlich viel Freude im Augenblick erzeugen bei geringerem Verbrauch. Z.B. in dem Achtsamkeit Gewöhnungseffekten entgegen wirkt und so bereits bekannte Dinge „wie neu“ empfunden werden.

Das ganze unterfüttert Rick Heller mit Erkenntnissen der Neuro-Wissenschaften und der Psychologie/Biologie. Dabei belässt er es bei einfachen und leicht-verständlichen Erklärungen, ohne zu sehr zu vereinfachen. So differenziert er z.B. zwischen „Glück im Moment“ und genereller Lebenszufriedenheit und weisst auf die prinzipielle Nützlichkeit vieler Mechanismen hin, anstatt sie zu verteufeln. Zusätzlich hält als Humanist genug Distanz zur buddhistischen Lehre, z.B. in dem er nicht unterschlägt, dass bis zu einem gewissen Wohlstand mehr Einkommen sehr wohl die Lebenszufriedenheit erhöht.

Ergänzt wird das ganze durch Meditations- oder Achtsamkeitsübungen, die wie üblich am Ende der Kapitel stehen und auch inhaltlich wenig Neues bringen. Eine Ausnahme stellt vielleicht das achtsame Lesen eines Magazins dar, das die Auswirkung von Werbung auf unsere Psyche bewusst machen soll.

Materialien zum Neobuddhismus: Soka Gakkai in Amerika

Der Aufsatz Soka Gakkai in Amerika von Alois Payer beschreibt die Soka Gakkai USA in einem kurzen geschichtlichen Abriss und geht auf den Konflikt der früheren Laienorganisation der Nichiren Shoshu mit den Priestern des Taiseki-ji ein, die zur Exkommunikation führten. Der Aufsatz ist in Deutsch. Verschiedene Quellentexte sind auf Englisch. Ein sehr informativer Aufsatz wie ich finde. Aufschlussreich finde ich die Soziologie der Mitglieder und die Erhebung der Absicht beim Chanten.

1. Einleitung
2. Weiterführende Ressourcen
3. Gesamtschau
3.1. Daisaku Ikeda
3.2. Religiöses Leben eines japanischen Mitglied der Soka Gakkai um 1969
3.3. Geistliche und Laien: vom Konflikt zum Schisma
3.4. Predigt des Obergeistlichen von Nichiren Shoshu gegen Soka Gakkai
4. NSA — Nichiren Shoshu Academy/America
4.1. Masayasu Sadanaga = George Williams
4.2. Hiroe Clowe und The Seattle Incident 1963
5. SGI-USA
5.1. Selbstdarstellung
5.2. Motivation zur Mitgliedschaft
5.3. Zur Soziologie der Mitglieder
6. Ereignisse

Absicht beim „Chanting“ (Mehrfachnennungen waren möglich) (in Klammer: Prozentsatz derer, die durch Chanting ein solches Ziel ereicht zu haben glauben):

19% finanzieller Erfolg (5%)

21% andere materielle Güter (neues Haus, Auto usw.) (1%)

13% psychisches Wohlbefinden (50%)

27% Gesundheit (12%)

48% Berufserfolg (6%)

40% bessere persönliche Beziehungen (16%)

2% Erleuchtung, Glaube (12%)

6% Karma, der Neue Mensch (25%)

2% Weltfrieden

via Materialien zum Neobuddhismus: Soka Gakkai in Amerika.

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Über den Glauben der Säkularen Buddhisten

Glenn Wallis: On the Faith of Secular Buddhists

Relevanz: Artikel über die dem Säkularen Buddhismus nach Stephan Batchelor zu Grunde liegend Glaubenssätze. Hypothese: Diese Glaubenssätze seien in der Tat derart, daß der Säkulare Buddhismus „ununterscheidbar wird von allen anderen Formen religiösen Glaubens.“ Zum Hintergrund ist ein Verständnis des Spekulativen Non-Buddhismus wichtig; siehe dazu diesen Text: Nascent Non-Buddhism (eine Übersetzung des Textes wird beim Unbuddhisten erscheinen). Wallis bezieht sich auf diesen Text von Stephan Batchelor: A Secular Buddhist. Wichtiger Beitrag zur Diskussion im deutschsprachigen Raum zur Frage, „wie weiter mit dem Buddhismus?“ und insbesondere ,ob der Säkulare Buddhismus in der Form wie ihn Stephan Batchelor präsentiert eine Lösung ist. Vergleiche auch den vorhergehenden Artikel „SBA/STEPHEN SCHETTINI: “SO WHAT?”

Inhalt: Es werden „Fünf Glaubensartikel“ heraus gestellt, die den Säkularen Buddhismus definieren.

  1. Der Transzendentale Dharma: Der Dharma ist nicht zusammen gesetzt. Er ist ein zeitloses Produkt das uns hier und heute über die „letztendlich wichtigen Belange“ aufklärt. Tatsächlich sei „Der Dharma“ aber eine „transzendente Norm die sich in allen Varianten des Buddhismus zeigt, egal ob säkular-wissenschaftlich oder selbstverliebt hingebungsvoll, eine Norm die sich nicht von anderen universellen Verabsolutierungen unterscheidet, sei es Gott, Logos, Dao oder das Intelligente Design.
  2. Der Buddha: Stephen Batchelor unternimmt es den wahren Buddha als einen großen menschlichen Meister aus dem Palikanon heraus zu kristallisieren. Tatsächlich sei aber der Fall, daß jegliche historische Sicherheit, daß jemals diese idealisierte Figur existierte zur Karikatur verkomme. „Die Darstellung des Buddha im klassischen Palikanon ist ein Gebräu verschiedener kollektiver Vorstellungen, die im Verlauf mehrerer Jahrhunderte ihre Finger bei der Herausbildung des Kanons im Spiel hatten.“
  3. Besondere Lehren: Der Buddha habe der Menschheit ganz besondere Lehren übergeben. Batchelor extrahiert vier solcher Lehren aus dem Palikanon: Das Prinzip der Bedingtheit; der Prozess der Vier Noblen Wahrheiten; die Praxis der Achtsamkeit; die Kraft des Selbstvertrauens. Tatsächlich aber machen diese vier Besonderheiten den Buddhismus nach Wallis‘ Auffassung endgültig entbehrlich. „Alle vier wurden und werden im Verlauf der Geschichte formuliert und weiter entwickelt, und zwar in einer Art die bei weitem höher entwickelt ist, und damit auch einem modernen Publikum zugänglicher, als in einem  altertümlichen, asketischen Buddhismus.“
  4. Das Prinzip der zureichenden Buddhismus: Diese Prinzip besagt kurz und bündig, daß man nichts ausser dem Buddhismus benötigt und es (ver)führt zur Annahme der unter Punkt drei aufgeführten besonderen Lehren . Für Batchelor scheint diese Prinzip ausgemachte sache zu sein. Tatsächlich aber ist es ein Ausschluss aller anderen jemals von der Menschheit gemachten Entdeckungen und Entwicklungen.
  5. Ideologische Rechtschaffenheit: Der Säkulare Buddhismus geriert sich als eine offene Ideologie, die nichts zu verbergen hat. Der Säkulare Buddhismus sei, nach Batchelor, natürlich, empirisch, pragmatisch und stimme mit der Wissenschaft überein. Weiter sei er eine offensichtliche Tätigkeit und keine stillschweigende Überzeugung. Er stellt sich als dar als eine offene Ideologie die nichts verbirgt. Die (impliziten) Postulate des Säkularen Buddhismus, Punkte 1 bis 4 , zeigen aber, daß dem nicht so ist. D.h. der Säkulare Buddhismus geht von transzendenten Annahmen aus, die er nicht als solche deklariert. Der Entscheidende Unterschied zwischen einer tatsächlichen und einer vorgeblichen Rechtschaffenheit ist aber gerade der das erstere ihre Ideologie offenlegt und freimütig bekennt.

Wallis‘ abschliessendes Urteil: „Batchelor tut genau das, von dem er vorgibt es nicht zu tun: Er unternimmt die nächste modernistische Neukonfiguration einer traditionellen asiatischen Form des Buddhismus.“

Ich teile die Überzeugung, daß wir eine radikale neue Form des Denkens und der Praxis für unsere Zeit benötigen. Ich denke deshalb, daß es ein reichlich unglückliches Unterfangen ist, mit dem Säkulare Buddhisten daran gehen aus dem schwankenden und morschen Wrack eines altertümlichen Gefährtes namens Buddhismus vermeintlich brauchbare Teile zu bergen.

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SBA/Stephen Schettini: „So What?“

Stephen Schettini: „So What?“

Relevanz: Der Artikel setzt sich mit der Kritik auseinander auch säkularer Buddhismus sei ein Buddhismus mit Glaubenssätzen. Entgegen der Erwartung entkräftet der Artikel den Vorwurf nicht, sondern gesteht ein die Suche nach der Wahrheit im Zweifel hinten anzustellen.

Inhalt: Stephen Schettini reagiert mit dem Artikel auf den Artikel On the Faith of Secular Buddhists (Zusammenfassung hier). Dort legt Glenn Wallis dar, dass auch säkularer Buddhismus nach Stephen Batchelor – entgegen seiner Selbstdarstellung („Buddhismus für Ungläubige“) – nicht ohne Glaubenssätze auskommt. So stütze der säkulare Buddhismus sich z.B. immer noch auf die Aussagen Buddhas, die er meint aus den historisch beeinflussten Texten extrahieren zu können.

Stephen Schettini gesteht nun sämtliche Kritikpunkte ein, stellt diese aber als letztlich irrelevant dar. Die von Glenn Wallis und den speculative Non-Buddhists gemachten Aussagen seien zwar wahr, aber es ginge im säkularen Buddhismus eben nicht (nur) um die Wahrheit. Die Suche nach selbiger würde nur davon ablenken ein Leben voll Glück und Mitgefühl zu führen.

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Geschichte des Buddhismus in Deutschland

Buddhismus in Deutschland – Geschichte und Gegenwart

Relevanz: Sachlicher, weltanschaulich neutraler Abriss der Geschichte des Buddhismus in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis 1997.  Gibt einen guten Überblick. Beschreibt die Charakterzüge unterschiedlicher Phasen. Gibt Zahlen, Daten, Namen. Gute Grundlage für weitere Recherchen.

Inhalt: Autor ist Dr. Martin Baumann. Autor der Studie „Deutsche Buddhisten“, 2. erw. Aufl., Marburg 1995.

Phasen der Buddhismusrezeption in Deutschland

  • Schopenhauer. Durch seine Philosophie kamen viele Gelehrte der Zeit, Akademiker, Künstler und Intellektuelle, mit dem Buddhismus in Berührung. Indologie und erste Übersetzungen von buddhistischen Texten kamen hinzu.
  • 1880 bis Ende Erster Weltkrieg. Vornehmlich akademisch, philosophisch-ethisches Interesse an der buddhistischen Lehre. Paul Carus (1852-1919), Dr. Karl Eugen Neumann (1865-1915) kommen über Schopenhauer und reines Textstudium erster allgemeiner Darstellungen in den frühen 1880er Jahren zum Buddhismus. 1903 gründet der Leipziger Privatgelehrte Dr. Karl Seidenstücker (1876-1936) die erste buddhistische Organisation, den Buddhistischen Missionsverein in Deutschland (Leipzig).
  • 1918 bis 1933. Eine ausdrücklich „religiöse“ Bewegung entsteht. Um den Juristen Georg Grimm (1868- 1945) und den Arzt Dr. Paul Dahlke (1865-1928) bildeten sich Gruppen. Grimms „Altbuddhistische Gemeinde“ versteht sich ausdrücklich als „religiöse Gemeinschaft“. Dahlke erbaut 1924 das noch heute in Berlin-Frohnau existente Buddhistische Haus. Buddhismus ist für ihn eine  „Wirklichkeitslehre“, die in einer asketischen und quasi monastischen Lebensweise gelebt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wird ausschliesslich der Palikanon rezipiert.
  • Nach dem Dritten Reich bis in die 1960er. Eugen Herrigels „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ (1948) und Daisetz Suzukis Abhandlungen weckten breites Interesse am Zen-Buddhismus. Gründung des europäischen Zweiges des Ordens „Arya Maitreya Mandala“ (AMM) 1952 in Berlin. Der AMM geht auf den deutschen Lama Anagārika Govinda (Ernst Lothar Hoffmann, 1898-1985) zurück. Gründung der Shin-buddhistischen Gruppe Jôdo Shin-Shû“ 1956 in Berlin. Die Sôka Gakkai aus Japan kommen ab den 1960er Jahren nach Deutschland.
  • Ab Mitte der 1960er Jahre Schwerpunktverschiebung von einer denkerischen Rezeption hin zur Betonung der Meditation im Zusammenhang mit der Entstehung einer antibürgerlichen Kultur. Hesses „Siddharta“ (1922) popularisiert indische Philosophie. Ab den 1980er Jahren Boom des tibetischen Buddhismus. Spätestens ab den 90er Jahren ist der Buddhismus im ‚Mainstream‘ angekommen. Die breite Öffentlichkeit beginnt ihn über Massenmedien zu rezipieren. Buddhistische Meditationspraktiken, Ideen und Lebensformen wurden in den Medien hochstilisiert.

Bauman gibt dann Zahlenmaterial über Verteilungen und Zuwachs verschiedener Richtungen. Er benennt wichtige Persönlichkeiten und Institutionen die die Entwicklung beeinflusst haben. Abschliessend diskutiert er die verschiedenen Motivationsstränge die jeweils zu einem Interesse an Buddhismus führten.

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Buddha und die Jediritter

May the 4th be with you! | Spiritual Naturalist Society

Relevanz: Es wird vorgeschlagen mit der Haltung, an die auch an die Religion der Jedi-Ritter herangegangen wird, auch an „richtige“ Religionen heranzugehen.

Inhalt: In dem verlinkten Artikel wird über den positiven Einfluss und die Inspiriation der Religion der Jedi-Ritter aus Star Wars berichtet. Durch den starken Einfluss auf die Popkultur, habe Star Wars so viele Ideen und Konzepte aus verschiedenen philosophischen und religiösen Strömungen (u.a. aus dem Buddhismus) in selbige transportiert. Hinter den zahlreichen übernatürlichen Elemente (z.B. die Macht) würden so zahlreiche positive Ideen vermittelt. Dieses Prinzip würde die Spiritual Naturalist Society auch auf „nicht-fiktionale“ Religionen anwenden.

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Jayarava’s Raves: Wiedergeburt & Buddhistischer Fundamentalismus

Relevanz: Jayaravas Erwiderung Rebirth & Buddhist Fundamentalism auf Thanissaros 40-Seiten-Verteidigung des Wiedergeburtsglaubens The Truth of Rebirth.

Wiedergeburt, Erol Kinali

Wiedergeburt, Erol Kinali

Inhalt: Thanissaro Bikkhu, Theravāda-bhikkhu von Access to Insight, hat kürzlich einen lange Text verfasst in dem er die Wiedergeburt der buddhistischen Religion verteidigt. Jayarava geht hier ausführlich und mit  sehr guten Argumenten auf diesen Text ein. Jayarava ist Mitglied des Triratna Buddhist Order und großer Kenner der buddhistischen Paliliteratur. Sein Blog ist voll mit ausgezeichneten Texten, die sich mit Einsichten und Widersprüchen in diesem Bereich befassen. Wenn jemand in der Blogosphäre in der Lage ist, einem dogmatischen und fundamentalistischen Buddhismus von innen her Paroli zu bieten, dann ist er einer der wenigen. Deswegen ist sein Blog, neben einem anderen vielleicht, im englisch sprachigen Raum ein Muss für Leute die im Buddhismus etwas anderes sehen als eine Versicherung um der Endlichkeit zu entkommen.

Jayaravas wesentliche Argumente gegen Thanissaros Auffassung sind:

  1.  Thannisaro verlässt sich ausschließlich auf überlieferte Literatur. Man könne mit dieser allerdings auch gegen einen blinden Wiedergeburtsglauben argumentieren.
  2.  Als erfahrener Mönch müsse man die Wiedergeburt aus eigener Erfahrung kennen. Warum findet man dazu keine Auskünfte – weder bei Thannisaro noch bei sonst einem lebenden Buddhisten. (Angebliche ‚wissenschaftliche‘ Belege sind nicht stichhaltig) Jayarava: „Ich denke, daß Thanissaro und andere Buddhisten nicht deswegen für Wiedergeburt argumentieren, weil sie sie aus persönlicher Erfahrung kennen, sondern weil sie Angst vor den Konsequenzen haben wenn wir aufhören daran zu glauben.“
  3. Wenn man den schriftlichen Quellen unbedingten und buchstäblichen Glauben schenke, warum nicht auch anderen. Der Bibel zum Beispiel, daß die Welt vor 6000 Jahren in 7 Tagen geschaffen worden sei?
  4. Nach heutigem Wissen sei Wiedergeburt hochgrade unplausibl.
  5. Thanissaro glaube der Kanon gebe die persönlichen Worte des Buddha buchstäblich wieder.
  6. Tatsächlich sei der Palikanon eine Konglomerat verschiedenster Quellen, verschiedener Schulen und unterschiedlicher Sprachen und Dialekte. Es sei nachweisbar, daß wichtige Details in verschiedenen Quellen unterschiedlich dargestellt werden. Es sei nachweisbar, daß Mönche die ‚heiligen‘ Texte z.T. umgeschrieben haben. Übersetzer hätten z.T. die Kommentare übersetzt, wenn sie die Ursprungstexte nicht hätten interpretieren können. Man könne argumentieren, daß die Inkonsistenzen auf einen unvollständigen Standardisierungsprozess schliessen lassen usw. usf.

Schliesslich geht Jayarava auf die Gefahren eines solchen „buddhistischen Fundamentalismus“ ein.

  1. Er entmutige Menschen ihren Verstand zu gebrauchen.
  2. Er schwäche Individualität, so daß das Dogma in das Selbstbild aufgenommen wird;
  3. Was dazu führe, Andersdenkende zu stigmatisieren.
  4. Der Fundamentalismus mache es schwierig Wertvolles von Wertlosem im Buddhismus zu unterscheiden.
  5. Er mache das Bewusstsein taub für eigene Erfahrung.
Abschliessend bemerkt Jayarava, er denke Thanissaros Text sei als ein kleiner Sieg zu werten. Ein 40-seitige Apologie der Wiedergeburt zeige, daß die Argumente gegen die Wiedergeburt Fuß fassen und der ausschließliche Rückgriff auf einen irrigen Apel an Autorität vor Augen führe, wie schwach die Argumente für die Wiedergeburt tatsächlich seien.
Es ist klar. Unsere Argumente beginnen zu greifen und das Dogma ist nicht wirklich zu verteidigen.
Wer übersetzt diesen Text?!
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