Geschichte des Buddhismus in Deutschland

Buddhismus in Deutschland – Geschichte und Gegenwart

Relevanz: Sachlicher, weltanschaulich neutraler Abriss der Geschichte des Buddhismus in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis 1997.  Gibt einen guten Überblick. Beschreibt die Charakterzüge unterschiedlicher Phasen. Gibt Zahlen, Daten, Namen. Gute Grundlage für weitere Recherchen.

Inhalt: Autor ist Dr. Martin Baumann. Autor der Studie „Deutsche Buddhisten“, 2. erw. Aufl., Marburg 1995.

Phasen der Buddhismusrezeption in Deutschland

  • Schopenhauer. Durch seine Philosophie kamen viele Gelehrte der Zeit, Akademiker, Künstler und Intellektuelle, mit dem Buddhismus in Berührung. Indologie und erste Übersetzungen von buddhistischen Texten kamen hinzu.
  • 1880 bis Ende Erster Weltkrieg. Vornehmlich akademisch, philosophisch-ethisches Interesse an der buddhistischen Lehre. Paul Carus (1852-1919), Dr. Karl Eugen Neumann (1865-1915) kommen über Schopenhauer und reines Textstudium erster allgemeiner Darstellungen in den frühen 1880er Jahren zum Buddhismus. 1903 gründet der Leipziger Privatgelehrte Dr. Karl Seidenstücker (1876-1936) die erste buddhistische Organisation, den Buddhistischen Missionsverein in Deutschland (Leipzig).
  • 1918 bis 1933. Eine ausdrücklich „religiöse“ Bewegung entsteht. Um den Juristen Georg Grimm (1868- 1945) und den Arzt Dr. Paul Dahlke (1865-1928) bildeten sich Gruppen. Grimms „Altbuddhistische Gemeinde“ versteht sich ausdrücklich als „religiöse Gemeinschaft“. Dahlke erbaut 1924 das noch heute in Berlin-Frohnau existente Buddhistische Haus. Buddhismus ist für ihn eine  „Wirklichkeitslehre“, die in einer asketischen und quasi monastischen Lebensweise gelebt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wird ausschliesslich der Palikanon rezipiert.
  • Nach dem Dritten Reich bis in die 1960er. Eugen Herrigels „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ (1948) und Daisetz Suzukis Abhandlungen weckten breites Interesse am Zen-Buddhismus. Gründung des europäischen Zweiges des Ordens „Arya Maitreya Mandala“ (AMM) 1952 in Berlin. Der AMM geht auf den deutschen Lama Anagārika Govinda (Ernst Lothar Hoffmann, 1898-1985) zurück. Gründung der Shin-buddhistischen Gruppe Jôdo Shin-Shû“ 1956 in Berlin. Die Sôka Gakkai aus Japan kommen ab den 1960er Jahren nach Deutschland.
  • Ab Mitte der 1960er Jahre Schwerpunktverschiebung von einer denkerischen Rezeption hin zur Betonung der Meditation im Zusammenhang mit der Entstehung einer antibürgerlichen Kultur. Hesses „Siddharta“ (1922) popularisiert indische Philosophie. Ab den 1980er Jahren Boom des tibetischen Buddhismus. Spätestens ab den 90er Jahren ist der Buddhismus im ‚Mainstream‘ angekommen. Die breite Öffentlichkeit beginnt ihn über Massenmedien zu rezipieren. Buddhistische Meditationspraktiken, Ideen und Lebensformen wurden in den Medien hochstilisiert.

Bauman gibt dann Zahlenmaterial über Verteilungen und Zuwachs verschiedener Richtungen. Er benennt wichtige Persönlichkeiten und Institutionen die die Entwicklung beeinflusst haben. Abschliessend diskutiert er die verschiedenen Motivationsstränge die jeweils zu einem Interesse an Buddhismus führten.

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