Rick Heller: Occupy the Moment!

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Relevanz: Rick Heller beschreibt in diesem E-Book psychologische/biologische Sachverhalte, die zur Schädlichkeit (z.B. Umweltzerstörung) des Ökonomischen Systems beitragen und erklärt inwiefern buddhistische Praktiken wie Achtsamkeit dabei helfen können, diese Verhaltensweisen zu überwinden.

Inhalt: Das Buch erklärt anhand von verschiedenen Beispielen, wie ursprünglich sinnvolle psychologische Mechanismen zu übertriebenem Konsum und einer zerstörerischen Wirtschaft führen. Achtsamkeit könne dabei helfen mit diesen Verhaltensweisen bewusster umzugehen.

So stelle das Streben nach höherem relativen Status zwar oft einen wichtigen Antrieb dar, sei aber weder für die Gesellschaft ein Gewinn, da andere dadurch relativ abgewertet würden (Nullsummenspiel) noch für das Individuum ein Zugewinn an Glück, da sich die Vergleichsgruppe ebenfalls verändere. Die fehlende Sättigung herbei könne dann eben zu einer verschwenderischen Wirtschaft und zu übertriebenem Überkonsum beitragen.

Achtsamkeit könne nun dabei helfen, sich der biologisch-bedingten Reaktionsweisen bewusst zu werden und damit besser umzugehen. Zudem könne ein Konsum mit Achtsamkeit ähnlich viel Freude im Augenblick erzeugen bei geringerem Verbrauch. Z.B. in dem Achtsamkeit Gewöhnungseffekten entgegen wirkt und so bereits bekannte Dinge „wie neu“ empfunden werden.

Das ganze unterfüttert Rick Heller mit Erkenntnissen der Neuro-Wissenschaften und der Psychologie/Biologie. Dabei belässt er es bei einfachen und leicht-verständlichen Erklärungen, ohne zu sehr zu vereinfachen. So differenziert er z.B. zwischen „Glück im Moment“ und genereller Lebenszufriedenheit und weisst auf die prinzipielle Nützlichkeit vieler Mechanismen hin, anstatt sie zu verteufeln. Zusätzlich hält als Humanist genug Distanz zur buddhistischen Lehre, z.B. in dem er nicht unterschlägt, dass bis zu einem gewissen Wohlstand mehr Einkommen sehr wohl die Lebenszufriedenheit erhöht.

Ergänzt wird das ganze durch Meditations- oder Achtsamkeitsübungen, die wie üblich am Ende der Kapitel stehen und auch inhaltlich wenig Neues bringen. Eine Ausnahme stellt vielleicht das achtsame Lesen eines Magazins dar, das die Auswirkung von Werbung auf unsere Psyche bewusst machen soll.

6 Gedanken zu „Rick Heller: Occupy the Moment!

  1. Hanzze sagt:

    Meinereiner möchte mal ganz kräftig behaupten, daß die meisten Praktiken unter dem Titel „Achtsamkeit“ zur einer Forderung der unheilsamen Handlungen führen, da, auch wenn es oft als Buddha-Dhamma verkauft wird, eben nur ein Siebenfacher Pfad gelehrt wird und sehr wenig Augenmerk auf das perfektionieren des Tugendteiles der sich ja letztlich in der Lebensweise und dem Lebensunterhalt wiederspiegelt, ehrlich ein geht. Wie auch, wenn die Lehrer selbst kaum einen rechten Lebenswandel treiben.

    Somit wird dieser Achtsamkeitstripp nur aus ein Ausgleich zum unheilsamen Lebenswandel verwendet, sodaß der unfug mit defusem Gewissen auch gut weiter funktionieren kann. Der Nebeneffekt dieser Tendenz ist, daß der Körper, der einen heilsamen Lebenswandel führt nach und nach zurückgedrängt und von verdorbenen Systemen occopiert wird. Aber wie immer das nun mal so ist mit dem occopieren, kommt es mit selbiger Wucht wieder zurück, wenn man es nicht bald durchdringt und versteht.

    Dhamma als Mittel der Politik und des Lobies zu benützen, wird nur zu einem Spiel der Farben, wo es dann sicherlich gut an der Zeit ist sich keiner Farbe mehr zuzuwenden, bis sich die Verwirrten in ihrer Sauce trockengegarrt haben.

    Die Ursache des Leidens ist nun mal der Hunger, und sollange man die Ursache dafür nicht beseitigt hat und die Medizin in richtiger Weise eingenommen hat, wird man immer nur alternativen Hunger verkaufen, wünschen und produzieren und unweigerlich auch das Spiel um die Nahrung das Begehrte daraus:

    Für jede, die es auch gerne etwas sinnlich untermalt haben wollen, hier ewtas das zum nachdenken wie auch Achtsamkeit der aufkommenden Gefühle innen und außen dienlich sein kann, speziell wenn es dann sogar samvega ist:

    • saibhu sagt:

      Hallo Hanzze,

      hier mal (wenn ich etwas verspätet) meine Gedanken dazu:

      Meinereiner möchte mal ganz kräftig behaupten, daß die meisten Praktiken unter dem Titel “Achtsamkeit” zur einer Forderung der unheilsamen Handlungen führen, da, auch wenn es oft als Buddha-Dhamma verkauft wird, eben nur ein Siebenfacher Pfad gelehrt wird und sehr wenig Augenmerk auf das perfektionieren des Tugendteiles der sich ja letztlich in der Lebensweise und dem Lebensunterhalt wiederspiegelt, ehrlich ein geht. Wie auch, wenn die Lehrer selbst kaum einen rechten Lebenswandel treiben.

      Da sprichst du sicherlich einen wichtigen Punkt an. Allerdings denke ich, dass die Kritik auf den Ansatz von Rick Heller nicht zutrifft. Vielleicht wird das aus meiner Zusammenfassung nicht deutlich, aber Rick Heller versucht in dem Buch u.A. die Frage zu beantworten wie wir Achtsamkeit benutzen können um unsere Reaktionsschemata zu reflektieren und gegebenfalls anzupassen.

      Die Frage, die er insgesamt stellt ist: Inwiefern können uns buddhistische Techniken (z.B. Achtsamkeit) helfen aktuelle Probleme der Menschheit (z.B. Raubbau an der Natur) zu lösen.

      • hanzze sagt:

        Saibhu,

        die aktuellen Probleme wird (Achtsamkeit) es nicht lösen da es ganz natürlich ist, daß es nicht so viele Menschen gibt, die überhaupt bis zu dem Punkt der rechten Achtsamkeit kommen, aber für jene, die rechte Achtsamkeit nützen, wird es zu keinem Problem werden, hier und in zukunft nicht. Was das Problem selber betrifft, haben auch Probleme ihr natürliches Ende, wenn ihnen die Nahrung ausgeht. Fresser und Nahrung spielen ja immer zusammen.

        Wie Achtsamkeit (erinnern, reflektieren, im Geist halten…) und das was der Rick Heller da ergründen möchte unweigerliche zur Lösung des Problemes führt, in der innern Sphäre einer Person, wie natürlich auch in der Äusseren in Abhängigkeit mit seinem Wirken ist ja wundervoll an Rahula erklärt worden:

        „What do you think, Rahula: What is a mirror for?“

        „For reflection, sir.“

        „In the same way, Rahula, bodily actions, verbal actions, & mental actions are to be done with repeated reflection.

        „Whenever you want to do a bodily [verbal, mental] action, you should reflect on it: ‚This bodily action I want to do — would it lead to self-affliction, to the affliction of others, or to both? Would it be an unskillful bodily action, with painful consequences, painful results?‘ If, on reflection, you know that it would lead to self-affliction, to the affliction of others, or to both; it would be an unskillful bodily action with painful consequences, painful results, then any bodily action of that sort is absolutely unfit for you to do. But if on reflection you know that it would not cause affliction… it would be a skillful bodily action with pleasant consequences, pleasant results, then any bodily action of that sort is fit for you to do.

        „While you are doing a bodily action, you should reflect on it: ‚This bodily action I am doing — is it leading to self-affliction, to the affliction of others, or to both? Is it an unskillful bodily action, with painful consequences, painful results?‘ If, on reflection, you know that it is leading to self-affliction, to the affliction of others, or to both… you should give it up. But if on reflection you know that it is not… you may continue with it.

        „Having done a bodily action, you should reflect on it: ‚This bodily action I have done — did it lead to self-affliction, to the affliction of others, or to both? Was it an unskillful bodily action, with painful consequences, painful results?‘ If, on reflection, you know that it led to self-affliction, to the affliction of others, or to both; it was an unskillful bodily action with painful consequences, painful results, then you should confess it, reveal it, lay it open to the Teacher or to a knowledgeable companion in the holy life. Having confessed it… you should exercise restraint in the future. But if on reflection you know that it did not lead to affliction… it was a skillful bodily action with pleasant consequences, pleasant results, then you should stay mentally refreshed & joyful, training day & night in skillful mental qualities.

        „Whenever you want to do a verbal action, you should reflect on it: ‚This verbal action I want to do — would it lead to self-affliction, to the affliction of others, or to both? Would it be an unskillful verbal action, with painful consequences, painful results?‘ If, on reflection, you know that it would lead to self-affliction, to the affliction of others, or to both; it would be an unskillful verbal action with painful consequences, painful results, then any verbal action of that sort is absolutely unfit for you to do. But if on reflection you know that it would not cause affliction… it would be a skillful verbal action with pleasant consequences, pleasant results, then any verbal action of that sort is fit for you to do.

        „While you are doing a verbal action, you should reflect on it: ‚This verbal action I am doing — is it leading to self-affliction, to the affliction of others, or to both? Is it an unskillful verbal action, with painful consequences, painful results?‘ If, on reflection, you know that it is leading to self-affliction, to the affliction of others, or to both… you should give it up. But if on reflection you know that it is not… you may continue with it.

        http://www.accesstoinsight.org/tipitaka/mn/mn.061.than.html

        Und wenn man das ein zwei Jahre gewissenhaft macht, wird man unweigerlich sehr buddhistisch leben. Wenn man das aber ein zwei Jahre macht, und noch immer mit dem Auto fährt und Klopapier benütz, dann hat man entweder nicht sehr viel verstanden oder man agiert wieder einmal für einen höheren Zweck. Soll ja Leute geben, die meinen, man könne das alles ja mit Sozialdiensten und Hilfprojekten kompensieren und man ist sicher entspannter und unverletzender wenn man Klopapier benütz und sich bequem von dort nach da bewegt, für den guten Zeck, versteht sich.

        Ganz einfach und ganz klar, die Effekte sind uneremesslich, aber nun mal nicht für jederman.
        Dennoch ist auch „raues“ Achtsamsein, und das beginnt ja in der Regel mit der Achtsamkeit auf Silas als Grundanhaltspunkt unermesslich effektiv. Kontroprduktiv dazu wirkt sich nur die Züchtung von Anhaftungen (tanha) mit verfehlten karuna und metta Übungen, die dann oft mal das Rad anheizen anstatt es zu verlangsamen.

        Es ist vollkommen unumgänglich, das man mit rechter Achtsamkeit, nicht unermesslichen heilbringenden Einfluß auf alle Wesen hat. Doch dazu ist es sehr wichtig Achtsamkeit und dessen Aktionsbereich zu verstehen:

        The Bamboo Acrobat: http://www.accesstoinsight.org/tipitaka/sn/sn47/sn47.019.olen.html

        What a vivid image of insight meditation!

        The practice of mindfulness requires the focused attention of an acrobat balancing on a bamboo pole. One lapse, one moment of distraction or carelessness, and he tumbles to the ground. The picture is one of intensive inner awareness and concentration — almost a matter of life and death.

        But the Buddha’s parable goes even further, for the safety and well being of the bamboo acrobat’s beloved assistant also hangs upon the master’s successful practice of mindfulness.

        The story is telling us that ultimately we are responsible for our own balance, and would be foolish to direct our attention to others while neglecting our own inner focus. And yet others are directly affected by how well we do this. Insight meditation is not a selfish undertaking, because the quality of our interaction with all those around us depends on the degree of our own self-understanding and self-control.

  2. Hanzze, ich hatte dich schon mehrfach gebeten, mit diesem copy-and-paste von ellenlange Zitaten aufzuhören. Wie wäre es mit etwas mehr Achtsamkeit in diesem Bereich?

    • hanzze sagt:

      Weißt du, ich bin es halt schon etwas zu sehr gewöhnt, Dinge, wenn ich sie geben möchte, auch zu geben und nicht nur zu sagen: „Da schau, wenn du willst kannst du es dort selber holen“

      Hat ja auch was mit traffic zu tun, oder meinst du Internet ist nicht einer der größten Waldfresser?

      Also anderen ihrer Vorstellung entsprechen zu wollen, ist zum Beispiel kein guter Fokus für wirksame Achtsamkeit, da ist es zum Beispiel viel besser sich zu fragen, warum stört mich das jetzt, woran hafte ich gerade an oder was bringt mich dazu zu glauben, daß es so sein sollte wie ich mir das denke. Sprich Achtsamkeit auf Gefühle und Geisteshaltung.

      Ich freu mich, daß wir damit voll zum Thema kommen.

  3. […] Quelle: Buch bei Amazon.de, deutsche Zusammenfassung bei Kritikos & Bodhi. […]

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