Archiv der Kategorie: deutsch

Vormerken: Eine Studie zum Buddhismus in der DDR, Eine Spurensuche von Thilo Götze Regenbogen.

Scheint eine interessante und reich mit Quellen versehene Studie zu sein.

Stichworte: Buddhismus-Geschichte und -Rezeption, Buddhismus im deutschsprachigen Raum nach dem 2. Weltkrieg.

Buddhismus in der DDR

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Lifestyles of Health and Sustainability

Vormerken

23. und 24. 5. 2013, Frankfurt. Karmakonsumkonferenz.

Dazu Filmreihe mit einigen interessanten Beiträgen.

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Karmakonsum – wichtige Entwicklung die Akzente setzt, die Neues denkbar macht, oder Marketingstrategie zur Ausbeutung der LOHAS?

LOHAS, Karmakonsum

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dradio: „Die Anfänge der Religionspsychologie“

Relevanz: Anatomie des religiösen Erlebens.

Buddhismus ist heute eine Religion der Verinnerlichung, einer Wendung nach innen, um dort die eigentliche Erfahrung zu machen. Das ist ein typischer Aspekt des Buddhismus im Westen. Diese Wendung nach innen, das religiöse Erleben als private Erfahrung, hat allerdings eine Geschichte die im Westen mit der Entwicklung des Protestantismus verbunden ist. Dieser Aspekt der Verinnerlichung steht im Kontrast zum Katholizismus. Die religiöse Erfahrung, “das Gespräch mit Gott“, wird im Protestantismus dem Individuum zugänglich. Die katholische Kirche lies das nicht zu. Der westliche populäre Buddhismus verschaft der privaten Religiosität eine Renaissance seit den 1970er Jahren.

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Film: Kumaré jetzt im Netz

Der Dokumentarfilm Kumaré (wurde schon erwähnt, vgl. => hier) ist jetzt im Netz, z.B. bei iTunes, englischsprachig erhältlich.

Der Film dürfte für alle von Interesse sein, die sich mit dem Verhältnis von Lehrern und Schülern befassen und dabei insbesondere der Frage nachgehen wie es überhaupt zu einer starken Bindung kommen kann, wenn das um was es geht, eine vermutete innere Qualität ist. (vgl. dazu auch hier: Der Zauberer).

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Werkzeuge der Kritik

Relevanz: Begriffswerkzeuge zur Untersuchung buddhistischer Aussagen auf ihr bedingtes Entstehen hin.

Inhalt: Richard K. Payne  ist u.a. Dekan am Institut für  Buddhistische Studien Japans am Institut für Buddhistische Studien Berkeley. In seinem Blogeintrag Pedagogic reflections: critical tools gibt er eine Liste von Werkzeugen für kritisches Denken nicht nur aber auch über den Buddhismus. Die Begriffe eignen sich dazu, den Hintergrund einer Argumentation und damit die Basis auf der sie aufgebaut ist besser zu verstehen. Das kann unter Umständen zur Erkenntnis führen, daß eine gegebene Argumentation nicht die Gültigkeit hat die ihre zunächst zugesprochen wird. Payne sagt in diesem Zusammenhang, daß „kritisches Denken als ein Art mentales Yoga gesehen werden kann – das Erlernen der Fähigkeit bewusste Kontrolle über den Prozess des Denkens zu übernehmen.“

Seine Begriffswerkzeuge sind die folgenden:

  1. Die Autorität der Herkunft: Im Buddhismus wird das am Beispiel des Palikanons sichtbar. Er wird oft als diejenige Quelle betrachtet die den Buddhismus am ‚originalsten‘ repräsentiert. Bei näherer Untersuchung stellt sich jedoch heraus, daß im Palikanon ganz verschiedene Erzählungen über den Buddha und den Buddhismus gelesen werden können. Der Verweis auf die „Autorität der Herkunft“ ist also unter Umständen ein Mittel der Reduktion um in der Vielzahl der Interpretationsmöglichkeiten zu einer einfachen Lösung zu kommen.
  2. Den Insider privilegieren: Eine Interpretation wird nur deshalb vorgezogen, weil derjenige der sie ausspricht Mitglied einer bestimmten Gruppe ist. Das gegenteilige Verfahren, den Aussenseiter zu bevorzugen ist eine epistomologisch genauso unhaltbare Position. Payne dazu: „Die zeitgenössische Tendenz in den Religionswissenschaften den Insider zu bevorzugen ist ihrerseits vom romantischen Topos der persönlichen Erfahrung als unbezweifelbar und unwiderlegbar geprägt.“
  3. Der Auschluss des Unerwarteten: Was nicht der Erwartung entspricht, wird ausgeklammert. Payne gibt als Beispiel die zentrale Stellung des Zen im japanischen Buddhismus wie sie von D.T. Suzuki dargestellt wird. Jeder Anhaltspunkt, der  diese Zentralität in Frage stellt wird missachtet. Dies schlägt sich in bestimmten Ausdrücken wieder – z.B. der vom „Zen-Garten“. Diese Gärten gibt es in zwar in allen möglichen Tempeln Japans – diese  bestimmte Form von Garten wird jedoch als Zeichen für den Einfluss des Zen auf die japanische Kultur und als Ausdruck der Essenz japanischer Religion genommen.
  4. Die Maskierung des Handelnden: In Sätzen wie „Der Buddhismus sagt“ oder „Im Zen heisst es“ wird ein Handelnder/Sprecher vorgetäuscht den es nicht gibt. Buddhismus oder Zen sind keinen handelnden Personen. Sie können nicht sagen, propagieren, kundtun oder feststellen. Der eigentliche Sprecher kaschiert damit seinen Rolle als der Autor des Gesagten. Tatsächlich ist er verantwortlich für das was er sagt. Durch diese Maskierung können Behauptungen auch als unwiderlegbar oder unausweichlich erscheinen
  5. Das Matrix-Model der Religion: Ein Verfahren alle Religionen mit einer Liste der selben Charakteristika zu beschreiben. Ebenfalls ein Verfahren der Reduktion, d.h. der Vereinfachung, das eine Selektion von Kriterien voraussetzt und damit für Projektion anfällig ist.
  6. Die Macht des Fragenden: Die Person die die Fragen stellt, bestimmt die Antworten. Fragen beinhalten Annahmen, die Antworten beeinflussen. Beispiel: Was ist die Buddhistische Sichtweise in Bezug auf Abtreibung? Dies beinhaltet die Annahme, daß es eine buddhistische Meinung zu diesem Thema gibt (und daß diese von allen Buddhisten geteilt werden sollte). Die vorausgesetzte Annahme ist, daß Buddhisten sozial engagiert sein sollten.
  7. Die Selektivität des Autors: Die Kontrolle des Autors über die Form der Präsentation des Buddhismus. Über die  impliziten Annahmen in den Fragen hinaus, wird mit einer bestimmten Auswahl an Texten zu ihrer Beantwortung das mögliche Bild des Buddhismus weiter beeinflusst.

Jeder buddhistische Diskurs kann durch Anwendung solcher Begriffswerkzeuge auf seine nicht ohne weiteres sichtbaren bestimmenden Regeln durchleuchtet werden. Eine solche kritische Denkarbeit ist, meiner Meinung nach (M.St.), eigentliche Praxis.

Vergleiche hierzu auch: Über den Glauben Säkularer Buddhisten

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Tempelschlaf

Relevanz: Literatur. Sonntag Mittag in der Laube oder vor dem einschlafen der/dem Liebsten vorlesen.

Ralf  Rothmann ist einer der wirklich fähigen zeitgenössischen deutschen Erzähler. Er fängt Situationen auf eine  sehr genau und klare Art ein. Es sind Details die ein Situation ausmachen. Details die man nur ganz persönlich so wahr nimmt. Wenn man seine Erzählungen liest, sieht man etwas, wie wenn man etwas persönlich erlebte. Das macht wohl einen guten Erzähler aus – diese Form der Phänomenologie, die im Bewusstsein des Lesers eine Form des Selbst Erlebens entstehen oder etwas wie eine klare Erinnerung wirken lässt.

Im Tempelschlaf erinnert man sich in diesem Sinne an ein kleines japanischen Zenkloster. David ist Religionswissenschaftler und mit seiner Frau Marisa auf einer Vortragsreise durch Japan. Er kommt auf die verwegene Idee einige Tage in einem  Zenkloster  zu verbringen. Rothmanns Schilderung ist weder sympathisierend noch idealisierend oder desillusionierend. Sie ist genau, lehrreich, humorvoll, überraschend. Sie enthält eine wunderbare Schilderung einer langen Zazen-Sitzung, eines kleinen Sartoris zum Abschluss als der Gong ertönt und schliesslich eine unerwartete Wendung mit der die Erzählung schließt.

Die Erzählung Tempelschlaf findet sich in Ralf Rothmanns Shakespeares Hühner, erschienen bei Suhrkamp.

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Materialien zum Neobuddhismus: Soka Gakkai in Amerika

Der Aufsatz Soka Gakkai in Amerika von Alois Payer beschreibt die Soka Gakkai USA in einem kurzen geschichtlichen Abriss und geht auf den Konflikt der früheren Laienorganisation der Nichiren Shoshu mit den Priestern des Taiseki-ji ein, die zur Exkommunikation führten. Der Aufsatz ist in Deutsch. Verschiedene Quellentexte sind auf Englisch. Ein sehr informativer Aufsatz wie ich finde. Aufschlussreich finde ich die Soziologie der Mitglieder und die Erhebung der Absicht beim Chanten.

1. Einleitung
2. Weiterführende Ressourcen
3. Gesamtschau
3.1. Daisaku Ikeda
3.2. Religiöses Leben eines japanischen Mitglied der Soka Gakkai um 1969
3.3. Geistliche und Laien: vom Konflikt zum Schisma
3.4. Predigt des Obergeistlichen von Nichiren Shoshu gegen Soka Gakkai
4. NSA — Nichiren Shoshu Academy/America
4.1. Masayasu Sadanaga = George Williams
4.2. Hiroe Clowe und The Seattle Incident 1963
5. SGI-USA
5.1. Selbstdarstellung
5.2. Motivation zur Mitgliedschaft
5.3. Zur Soziologie der Mitglieder
6. Ereignisse

Absicht beim „Chanting“ (Mehrfachnennungen waren möglich) (in Klammer: Prozentsatz derer, die durch Chanting ein solches Ziel ereicht zu haben glauben):

19% finanzieller Erfolg (5%)

21% andere materielle Güter (neues Haus, Auto usw.) (1%)

13% psychisches Wohlbefinden (50%)

27% Gesundheit (12%)

48% Berufserfolg (6%)

40% bessere persönliche Beziehungen (16%)

2% Erleuchtung, Glaube (12%)

6% Karma, der Neue Mensch (25%)

2% Weltfrieden

via Materialien zum Neobuddhismus: Soka Gakkai in Amerika.

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Geschichte des Buddhismus in Deutschland

Buddhismus in Deutschland – Geschichte und Gegenwart

Relevanz: Sachlicher, weltanschaulich neutraler Abriss der Geschichte des Buddhismus in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts bis 1997.  Gibt einen guten Überblick. Beschreibt die Charakterzüge unterschiedlicher Phasen. Gibt Zahlen, Daten, Namen. Gute Grundlage für weitere Recherchen.

Inhalt: Autor ist Dr. Martin Baumann. Autor der Studie „Deutsche Buddhisten“, 2. erw. Aufl., Marburg 1995.

Phasen der Buddhismusrezeption in Deutschland

  • Schopenhauer. Durch seine Philosophie kamen viele Gelehrte der Zeit, Akademiker, Künstler und Intellektuelle, mit dem Buddhismus in Berührung. Indologie und erste Übersetzungen von buddhistischen Texten kamen hinzu.
  • 1880 bis Ende Erster Weltkrieg. Vornehmlich akademisch, philosophisch-ethisches Interesse an der buddhistischen Lehre. Paul Carus (1852-1919), Dr. Karl Eugen Neumann (1865-1915) kommen über Schopenhauer und reines Textstudium erster allgemeiner Darstellungen in den frühen 1880er Jahren zum Buddhismus. 1903 gründet der Leipziger Privatgelehrte Dr. Karl Seidenstücker (1876-1936) die erste buddhistische Organisation, den Buddhistischen Missionsverein in Deutschland (Leipzig).
  • 1918 bis 1933. Eine ausdrücklich „religiöse“ Bewegung entsteht. Um den Juristen Georg Grimm (1868- 1945) und den Arzt Dr. Paul Dahlke (1865-1928) bildeten sich Gruppen. Grimms „Altbuddhistische Gemeinde“ versteht sich ausdrücklich als „religiöse Gemeinschaft“. Dahlke erbaut 1924 das noch heute in Berlin-Frohnau existente Buddhistische Haus. Buddhismus ist für ihn eine  „Wirklichkeitslehre“, die in einer asketischen und quasi monastischen Lebensweise gelebt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wird ausschliesslich der Palikanon rezipiert.
  • Nach dem Dritten Reich bis in die 1960er. Eugen Herrigels „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ (1948) und Daisetz Suzukis Abhandlungen weckten breites Interesse am Zen-Buddhismus. Gründung des europäischen Zweiges des Ordens „Arya Maitreya Mandala“ (AMM) 1952 in Berlin. Der AMM geht auf den deutschen Lama Anagārika Govinda (Ernst Lothar Hoffmann, 1898-1985) zurück. Gründung der Shin-buddhistischen Gruppe Jôdo Shin-Shû“ 1956 in Berlin. Die Sôka Gakkai aus Japan kommen ab den 1960er Jahren nach Deutschland.
  • Ab Mitte der 1960er Jahre Schwerpunktverschiebung von einer denkerischen Rezeption hin zur Betonung der Meditation im Zusammenhang mit der Entstehung einer antibürgerlichen Kultur. Hesses „Siddharta“ (1922) popularisiert indische Philosophie. Ab den 1980er Jahren Boom des tibetischen Buddhismus. Spätestens ab den 90er Jahren ist der Buddhismus im ‚Mainstream‘ angekommen. Die breite Öffentlichkeit beginnt ihn über Massenmedien zu rezipieren. Buddhistische Meditationspraktiken, Ideen und Lebensformen wurden in den Medien hochstilisiert.

Bauman gibt dann Zahlenmaterial über Verteilungen und Zuwachs verschiedener Richtungen. Er benennt wichtige Persönlichkeiten und Institutionen die die Entwicklung beeinflusst haben. Abschliessend diskutiert er die verschiedenen Motivationsstränge die jeweils zu einem Interesse an Buddhismus führten.

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Thomas Metzinger über Spiritualität & Intellektuelle Redlichkeit

Relevanz: In Form und Inhalt exemplarischer Vortrag der zeigt was erkenntnistheoretisches Denken ausmacht. Inhaltlich zeigt er, daß es eine Verpflichtung zur Intellektuellen Redlichkeit gibt.

Inhalt: Thomas Metzinger, Professor für theoretische Philosophie, Universität Mainz, geht in diesem Vortrag drei Fragen nach.

  1. Was  ist  das  Spiritualität?
  2. Was  ist  intellektuelle  Redlichkeit?
  3. Gibt   es   eine   begriffliche   Verbindung   zwischen   den   beiden   Einstellungen?

Er kommt dabei zu überraschenden Einsichten – jedenfalls wenn man bedenkt, was heute umgangssprachlich mit dem Begriff Spiritualität verbunden wird. Die erste Frage etwa beantwortet er, nach sorgfältiger Herleitung so: „Spiritualität also ist eine epistemische Einstellung. Spirituelle Personen wollen nicht glauben, sondern wissen.“ Spiritualität ist „eine radikal existentielle Form von Selbsterkenntnis“. Dabei ist „Unbestechlichkeit […] der semantische Kern eines wirklich philosophischen Begriffs der Spiritualität.“ 

„Unbestechlichkeit brauchen wir in zwei Richtungen: gegenüber den Vertretern metaphysischer Glaubenssysteme, die die Meditationspraxis an eine irgendwie auch immer geartete Theorie zu binden versuchen, wie auch gegenüber den ideologischen Formen des Reduktionismus, die alle nicht-­wissenschaftlichen Formen des Erkenntnisgewinns aus rein weltanschaulichen Gründen diskreditieren möchten.“

Interessant ist zu sehen, wie sorgfältig er seine Argumentation aufbaut. Er stellt nicht etwa einfach Behauptungen in den Raum, sondern er argumentiert. Wie kommt er zu seiner Auffassung von Spiritualität als „radikaler Selbstkenntnis“? „Intellektuelle Redlichkeit bedeutet, dass man einen bedingungslosen Willen zur Wahrheit und zur Erkenntnis besitzt und zwar auch dann, wenn es um Selbsterkenntnis geht und auch dann, wenn Selbsterkenntnis einmal nicht mit schönen Gefühlen einhergeht.“ Diese Redlichkeit ist nach Metzinger zwingend. Er leitet das über den Kant’schen Moralbegriff her, nach dem „der  Mensch,  als  moralisches  Wesen,  sich  selbst  gegenüber  zur   Wahrhaftigkeit  verpflichtet ist.“

Er zeigt außerdem das in der abendländischen Philosophietradition ein starker Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Gewissen besteht. Darüber hinaus zeigt er, daß der Begriff vom Bewusstsein dasjenige bezeichnet, das erkennt, daß es denkt. D.h. es gibt einen Zusammenhang zwischen einer meditativen Übung die den Blick auf das eigene Bewusstsein schärft und einem Gewissen, das mit diesem Bewusstsein notwendig verbunden ist (jedenfalls nach Kant). Die Pflicht zur Einübung einer intellektuellen Redlichkeit wird damit zur Voraussetzung einer Spiritualität der radikalen Selbsterkenntnis.

Der Zusammenhang der beiden Begriffe, 3. Frage, besteht darin, daß die intellektuelle Redlichkeit keine Annahmen mehr zulassen kann, die auf Dogmatismus oder Fideismus beruhen.

„Fideismus“  nennt  man  in  der  Philosophie  die  These,  dass  es  völlig  legitim  ist,  an  einer  Überzeugung   festzuhalten,  wenn  es  keine  guten  Gründe  oder  Evidenzen  für  sie  gibt,  sogar  Gegenargumente.“

Und weiter:

„Wenn man sich in vollständiger Abwesenheit positiver theoretischer oder praktischer Gründe gestattet, einfach an einem bestimmten Glauben festzuhalten, dann hat man die ganze Idee einer Ethik des inneren Handelns bereits aufgegeben.“

Metzinger wendet dann seine Argumentation auf drei Bereiche an, die auch den Buddhismus betreffen.

  1. Religion, Gott. 2. Leben nach dem Tod. 3.Erleuchtung

Bei allen dreien kommt er zu dem Schluss, daß sie aus begrifflicher und empirischer Perspektive nicht haltbar sind.

Zum Abschluss bekräftigt er drei Thesen.

  1.  Das Gegenteil von Religion ist nicht Wissenschaft, sondern Spiritualität.
  2. Das ethische Prinzip der intellektuellen Redlichkeit kann man als einen Sonderfall der spirituellen Einstellung analysieren.
  3. Die wissenschaftliche und die spirituelle Einstellung entstehen in ihren Reinformen aus derselben normativen Grundidee.

Die normative Grundeinstellung hat zwei Aspekte:

„Der unbedingte Wille zur Wahrheit -­ es geht um Erkenntnis, nicht um Glauben -­ und das normative Ideal der absoluten Wahrhaftigkeit. […] [I]n der reflexiven Wendung nach innen, in der Wendung des Willens zur Wahrheit auf sich selbst, auf den Vorgang des Wissenwollens und des Erkenntnissuchens selbst entsteht dann die Spiritualität, die spirituelle Einstellung und aus ihr heraus die intellektuelle Redlichkeit, und die ist der Kernbestand der wissenschaftlichen Methode, der selbstkritische Rationalismus.“

So gesehen ist Spiritualität tatsächliche das Fundament.

Link pdf „Spiritualität und Intellektuelle Redlichkeit“

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Shravasti Dhammika: Kritische Reflektionen über den Theravada und Plädoyer für einen Neuen Buddhismus

Essay aus 2001 von Shravasti Dhammika: „Der zerbrochene Buddha“

Kritische Reflektionen über den Theravada und Plädoyer für einen Neuen Buddhismus

Inhalt:

In diesem Essay berichtet Shravasti Dhammika über die Zustände in asiatischen Klöstern. Meditationsübungen seien dort weitgehend unbekannt, es herrsche Korruption und Machtmissbrauch. Eine Bildung der Mönche in buddhistischer Lehre und Schrift sei, nach Shravasti Dhammika, so gut wie nicht vorhanden.

Die Übersetzung dieses Textes versteht sich als Beitrag zum Verständnis des Theravada-Buddhismus. Wir weisen darauf hin, dass die in diesem Essay gemachten, teilweise kritischen Aussagen auf den selbst gemachten Erfahrungen des Autors oder ihm berichteten Erfahrungen glaubwürdiger Zeugen beruhen und dessen rein subjektive Sicht über den Theravada-Buddhismus und seiner in Asien und im Westen herrschenden Verhältnisse widerspiegeln. Wir wissen nicht, ob der Autor seitdem Aussagen seines Textes revidiert hat. Die Übersetzer haben sich bemüht, den Text so objektiv und vorurteilsfrei wie möglich zu übersetzen und enthalten sich eines jeden Kommentars. Sie wollen den Text für sich sprechen lassen.

via Satinanda e. V.

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