Archiv der Kategorie: english

Tibetan Buddhism in the West

Ein interessante Website mit einer Menge berühmter akademischer Namen

Auf dieser Site scheint es viele handfeste Informationen über den Tibetischen Buddhismus zu geben. Zumindest die Namen der Autoren sprechen vorerst dafür: Jay Garfield, Jeffrey Hopkins, Georges Dreyfus, Samten Karmay, um nur einige Beispiele zu nennen.

Auch die Kapitelüberschriften versprechen Information jenseits des Traumes von Shangri-La. Violence and (Tibetan) Buddhism zum Beispiel, wo hört oder liest man schon im X-Buddhism von der Thematisierung von Gewalt im Budhismus. Auch die Titel der Aufsätze im Kapitel  Imagining Tibet: Correcting Misrepresentations versprechen Spannendes.

Die Site muss genauer untersucht werden.

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Kommentare zu „Sitting, Full of Shit“ von Adam Miller

In den Kommentaren zum Beitrag „Sitting, Full of Shit (Übersetzung erscheint später auf Der Unbuddhist) entspann sich eine Diskussion zum Thema Langeweile. Hier mal, quasi als kleinen Testballon, einige Gedanken daraus. Zur Orientierung bzw. Nachlesen immer die Kommentarnummer(n) dazu.

  • 16. Langeweile als Luxusproblem – um voller Scheisse zu sitzen braucht man erst einmal etwas zu essen
  • 21. Unterschiedliche Bedeutungen von Langeweile
  • 22. & 24. Gefahr dass Langweile zu einer philosophischen Haltung wird, wie im Kapitalismus und Postmodernismus. Das göttliche und von den Umständen unangetastete Selbst als Rückzugsort vor der Welt. Das buddhistische Nichtselbst als Zerstörung dieses Rückzugsortes und die Verhinderung der Weltabgewandtheit. Kritik der vermeintlich ideologiefreien Ideologien als Langeweile. Entfliehen aus der Welt der Ideologie nicht möglich.
  • 29. Die Gelangweilten – Ein Gedankenexperiment. Die Gruppe der Gelangweilten, die sich aus ihrer Langeweile nicht in den Konsumismus flüchtet. Die Gelangweilten werden ab einer bestimmten Größe gefährlich für das System (Kapitalismus). Langeweile darf nicht als akzeptabel angesehen werden.
  • Langeweile als Grundwahrheit des Menschen. Langeweile als Antriebskraft sich zu engagieren und die Umstände, die Langeweile erzeugen zu ändern. Buddhismus als Gegenkraft, die dem Menschen Langeweile erträglich macht anstatt ihn als Antrieb zur Änderung zu nutzen.

KimKierkegaardashian

Relevanz: Keine. Überhaupt gar keine. (*)

Inhalt: Über den Twitteraccount @kimkierkegaard verbreitet der Author Zitate des Philosophen Søren Kierkegaard, die er für den maximalen Kontrast mit Zitaten von Kim Kardashian kombiniert.

(*) Natürlich hat das ganze durchaus eine Relevanz. Durch die Kombination von philosophischen Gedanken mit dem eher banalen Getwitter eines Pop-Stars wird der Kontrast zwischen philosophischer Tiefe und der heutigen Pop-Kultur sehr direkt deutlich. Dieser Kontrast ist bei anderen Formen der Verschmischung nur implizit sichtbar und es benötigt eine kritische Auseinandersetzung mit der entsprechenden Form um diese Strukturen explizit sichtbar zu machen.

The International Buddhist Film Festival 2012

Das  Internationale Buddhistische Film Festival 2012. Diese Site gibt eine englischsprachige Übersicht über eine Reihe von Filmen über Buddhismus.

Neben einigen Spielfilmen scheinen, den Kurzbeschreibungen nach zu urteilen, einige interessante Dokumentationen darunter zu sein.

  1. Shugendo Now – über die Shugendo-Schule. Asketische Naturschützer in Japan.
  2. The Buddha – ein Film über den Buddha erzählt von Richard Gere, unter Mitwirkung von u.a. Robert Thurman.
  3. The Great Pilgrim – eine Dokumentation des chinesischen Mönches Xuanzang über seine Reise nach Indien im 7. Jahrhundert.
  4. Tulku –vom Sohn Chögyams Trungpas über die Probleme junger Westler die zu Tulkus auserwählt wurden.
  5. Crazy Wisdom – über Chögyam Trungpa.
  6. My Reincarnation – über den Sohn Namkhai Norbus der ebenfalls ein Tulku ist. (vgl. dazu hier)
  7. Lady of No Fear – über die Burmesin Aung San Suu Kyi.
  8. KanZeOn – eine mysteriöse Meditation.
  9. Summer Pasture – das Portrait einer Nomadenfamile auf dem Plateau von Tibet.

In jedem Fall dürfte interessant sein zu sehen, was jeweils unter Buddhismus verstanden wird und wie er dargestellt wird. Kritiken und Stellungnahmen zu den Filmen sind stets willkommen.

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„Zen hat keine Moral!“

“Zen Has No Morals!” – The Latent Potential for Corruption and Abuse in
Zen Buddhism, as Exemplified by Two Recent Cases

by Christopher Hamacher

Übersetzung: „Zen hat keine Moral!“ – Die latente Anfälligkeit des Zenbuddhismus für Korruption und Mißbrauch am Beispiel zweier jüngerer Fälle

Es handelt sich um eine ausführliche Studie des Deutschen Christopher Hamacher der in München lebt und Zen praktiziert. Die Studie wurde kürzlich, am 7.7.2012, bei der jährlichen Konferenz der International Cultic Studies Association in Montreal vorgestellt.

Die Studie geht detailliert auf die Missbrauchspraktiken von Eido T. Shimano und Dr. Klaus Zernickow ein.

Shimano konnte in den USA gut fünfzig Jahre seinem Treiben als ‚Zenlehrer‘ nachgehen, obwohl bekannt war, daß es durch ihn immer wieder zu Missbrauchsfällen kam. Zu seinem Fall findet sich auch einiges Material hier, siehe auch die Links am untere Ende der Seite.

Dr. Klaus Zernickow (Sōtetsu Yūzen) unterhält „Mumon-Kai“, die „Erste Berliner Zen-Gemeinschaft e. V.“ in Berlin Frohnau => Link. Zernickow wird in der Studie von Hamacher ein außerordentlich „autoritärer  und kontrollierender“ Führungsstil bescheinigt. Übertretungen der Studenten werden z.B. mit hohen Geldbusen geahndet. In mindestens 12 Fällen werden im sexuelle Verhältnisse zu Schülerinnen vorgeworfen. Auf Grund der Vorwürfe ist Mumon-Kai die erste Zen-Gruppe die von einer Liste empfohlener Praxisgruppen der DBU (Deutsche Buddhistische Union) gestrichen wurde.

Neben einer detaillierten Beschreibung der beiden Fälle, enthält die Studie auch eine Analyse der typischen Verhaltensweisen autoritärer Führer im religiösen Bereich. Interessant auch die Behandlung typischer Verhaltensweisen im Zen die autoritäre Strukturen fördern.

Auf dieser Seite findet sich eine englische Zusammenfassung des Papiers. Ausserdem eine Liste der typischen autoritären Verhaltensweisen.

Die Studie ist ein wichtiges Element der Aufklärung bzgl. Missbrauchsstrukturen im Buddhismus. Sie sollte unbedingt genau gelesen und auf deutsch ausführlich dargestellt werden (wozu ich keine Zeit habe).

Ausserdem könnte aus den Warnzeichen für autoritäres Verhalten in dieser Studie, aus den Werkzeugen der Kritik die ich gestern vorstellte und aus den Elementen des Glaubens Säkularer Buddhisten eine Tafel von Elementen erstellt werden, die Hinweise geben auf Missbrauch der sich als Buddhismus verkleidet.

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Jayarava’s Raves: Warum verlieben sich Dummköpfe?

Link: Jayarava’s Raves: Why Do Fools Fall in Love?

Relevanz: Jayavara erklärt einige Verhaltensweisen von Buddhisten in dem er sie mit Liebenden vergleicht.

Inhalt: Ausgehend vom Palikanon erklärt Jayavara, dass der erste Schritt zum Buddhisten vergleichbar sei mit einem Sich-Verlieben. Das Bild des Liebenden benutzt er dann um einige Verhaltensweisen von Buddhisten heute zu erklären. Liebe mache einen eifersüchtig und besitzergreifend. Dies würde den Stolz von Buddhisten auf ihre Lehrabstammung, ihre Texte und ihre Tradition erklären. Die Liebe zu einem Prinzip, einer abstrakten Idee vermeide die Enttäuschung (Nebenbemerkung: großartiges deutsches Wort Ent-täuschung), die bei der Liebe zu einer (unerleuchteten) Menschen unvermeidbar sei. Zusätzlich würde Liebe die Art und Weise verändern wie wir Informationen (Fakten) verarbeiten. Ähnlich wie in der Relativitätstheorie die Masse den Raum krümmt, so krümme die Liebe den Raum der Vernunft.

In der oft zitierten Metapher aus der Aladgadūpama Sutta ist das Dhamma das Floß das wir verlassen müssen wenn wir die andere Seite erreichen. Unglücklicherweise wird das Dhamma für viele Menschen eher ein Mahlstein, der uns davon abhält überhaupt abzulegen, geschweigedenn die andere Seite zu erreichen

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Thanissaro Bhikkhu: The Roots of Buddhist Romanticism

Das Essay bei Access to Insight

Relevanz: Der Text geht darauf ein wie der Buddhismus im Westen über Ideen aus der Romantik präsentiert wird und fordert diese Einflüsse transparent zu machen und letztendlich zu beseitigen.

Inhalt: Der Text beschreibt den starken und gleichzeitig verdeckten Einfluss der westlichen Psychologie auf die westliche Art den Buddhismus zu verstehen. Diese wiederum sei stark von den Denkern der deutschen Romantik beeinflusst. Ideen wie Intersein, Ganzheit, Egotranszendenz würden letztlich aus der deutschen Romantik stammen und weniger aus dem Buddhismus.

Die Romantiker erkannten als erste die Probleme der Moderne, das Gefühl der Fragmentierung, Isolation und Einengung. Ihre Kur sei der kreative künstlicher Akt, Spontantität, Spielhaftigkeit und Einssein. Bis Heute würde der Buddhismus unter diesem Licht betrachtet.

Eigentlich hätte der Buddhismus allerdings eine völlig andere Auffassung davon was das Problem und schlieslich auch die Lösung sei. So würde der Buddhismus z.B. durch Ethik und Tugend ein Gefühl von selbst stärken und das Empfinden von Einssein (Jhana) sei nicht das Ziel sondern nur der Weg. Dieser Weg hätte, im Gegensatz zur Vorstellung der Romantik und der heutigen Psychologie ein erreichbares Ziel (Erleuchtung). Dieses bestünde aber nicht im Transzendieren von Dualitäten, sondern im Erlangen von Wissen.

Der Romantiker, so Thanissaro Bhikkhu, würde Erfüllung dadurch erlangen, dass er eine Antwort findet auf die Frage „Was ist meine wahre Identität?“. Der Buddhist hingegen erwache zum Verständnis, dass diese Frage bereits falsch gestellt sei.

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Rick Heller: Occupy the Moment!

Website zum Buch

Relevanz: Rick Heller beschreibt in diesem E-Book psychologische/biologische Sachverhalte, die zur Schädlichkeit (z.B. Umweltzerstörung) des Ökonomischen Systems beitragen und erklärt inwiefern buddhistische Praktiken wie Achtsamkeit dabei helfen können, diese Verhaltensweisen zu überwinden.

Inhalt: Das Buch erklärt anhand von verschiedenen Beispielen, wie ursprünglich sinnvolle psychologische Mechanismen zu übertriebenem Konsum und einer zerstörerischen Wirtschaft führen. Achtsamkeit könne dabei helfen mit diesen Verhaltensweisen bewusster umzugehen.

So stelle das Streben nach höherem relativen Status zwar oft einen wichtigen Antrieb dar, sei aber weder für die Gesellschaft ein Gewinn, da andere dadurch relativ abgewertet würden (Nullsummenspiel) noch für das Individuum ein Zugewinn an Glück, da sich die Vergleichsgruppe ebenfalls verändere. Die fehlende Sättigung herbei könne dann eben zu einer verschwenderischen Wirtschaft und zu übertriebenem Überkonsum beitragen.

Achtsamkeit könne nun dabei helfen, sich der biologisch-bedingten Reaktionsweisen bewusst zu werden und damit besser umzugehen. Zudem könne ein Konsum mit Achtsamkeit ähnlich viel Freude im Augenblick erzeugen bei geringerem Verbrauch. Z.B. in dem Achtsamkeit Gewöhnungseffekten entgegen wirkt und so bereits bekannte Dinge „wie neu“ empfunden werden.

Das ganze unterfüttert Rick Heller mit Erkenntnissen der Neuro-Wissenschaften und der Psychologie/Biologie. Dabei belässt er es bei einfachen und leicht-verständlichen Erklärungen, ohne zu sehr zu vereinfachen. So differenziert er z.B. zwischen „Glück im Moment“ und genereller Lebenszufriedenheit und weisst auf die prinzipielle Nützlichkeit vieler Mechanismen hin, anstatt sie zu verteufeln. Zusätzlich hält als Humanist genug Distanz zur buddhistischen Lehre, z.B. in dem er nicht unterschlägt, dass bis zu einem gewissen Wohlstand mehr Einkommen sehr wohl die Lebenszufriedenheit erhöht.

Ergänzt wird das ganze durch Meditations- oder Achtsamkeitsübungen, die wie üblich am Ende der Kapitel stehen und auch inhaltlich wenig Neues bringen. Eine Ausnahme stellt vielleicht das achtsame Lesen eines Magazins dar, das die Auswirkung von Werbung auf unsere Psyche bewusst machen soll.

Materialien zum Neobuddhismus: Soka Gakkai in Amerika

Der Aufsatz Soka Gakkai in Amerika von Alois Payer beschreibt die Soka Gakkai USA in einem kurzen geschichtlichen Abriss und geht auf den Konflikt der früheren Laienorganisation der Nichiren Shoshu mit den Priestern des Taiseki-ji ein, die zur Exkommunikation führten. Der Aufsatz ist in Deutsch. Verschiedene Quellentexte sind auf Englisch. Ein sehr informativer Aufsatz wie ich finde. Aufschlussreich finde ich die Soziologie der Mitglieder und die Erhebung der Absicht beim Chanten.

1. Einleitung
2. Weiterführende Ressourcen
3. Gesamtschau
3.1. Daisaku Ikeda
3.2. Religiöses Leben eines japanischen Mitglied der Soka Gakkai um 1969
3.3. Geistliche und Laien: vom Konflikt zum Schisma
3.4. Predigt des Obergeistlichen von Nichiren Shoshu gegen Soka Gakkai
4. NSA — Nichiren Shoshu Academy/America
4.1. Masayasu Sadanaga = George Williams
4.2. Hiroe Clowe und The Seattle Incident 1963
5. SGI-USA
5.1. Selbstdarstellung
5.2. Motivation zur Mitgliedschaft
5.3. Zur Soziologie der Mitglieder
6. Ereignisse

Absicht beim „Chanting“ (Mehrfachnennungen waren möglich) (in Klammer: Prozentsatz derer, die durch Chanting ein solches Ziel ereicht zu haben glauben):

19% finanzieller Erfolg (5%)

21% andere materielle Güter (neues Haus, Auto usw.) (1%)

13% psychisches Wohlbefinden (50%)

27% Gesundheit (12%)

48% Berufserfolg (6%)

40% bessere persönliche Beziehungen (16%)

2% Erleuchtung, Glaube (12%)

6% Karma, der Neue Mensch (25%)

2% Weltfrieden

via Materialien zum Neobuddhismus: Soka Gakkai in Amerika.

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